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Heizungsaustausch 2026: Alles, was Hausbesitzer in Deutschland jetzt wissen müssen

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D. Ravenstein

Heizung GEG 2026 Förderung Wärmewende

Heizungsaustausch 2026: Alles, was Hausbesitzer in Deutschland jetzt wissen müssen

Das Gebäudeenergiegesetz steht vor einer historischen Reform. Was gilt jetzt, welche Heizungen sind erlaubt – und welche Förderungen können Sie sich noch sichern?

Lesezeit ca. 8 Minuten

Inhalt

  1. Aktuelle Rechtslage: GEG & Reform 2026
  2. Heizungsarten in Deutschland im Überblick
  3. Vergleichstabelle: Heizungssysteme auf einen Blick
  4. Marktanteile & Statistiken
  5. Förderrechner: Was bekomme ich?
  6. Zeitplan & Fristen
  7. Quellenverzeichnis
Heizungen in DE (fossil)
~75 %
noch mit Gas oder Öl betrieben
Max. Förderquote BEG
70 %
der förderfähigen Kosten (KfW 458)
Förderfähige Kosten
30.000 €
max. pro Wohneinheit
Geplantes Inkrafttreten GMG
01.07.26
Gebäudemodernisierungsgesetz

1. Aktuelle Rechtslage: GEG & Reform 2026

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) – oft vereinfachend „Heizungsgesetz" genannt – ist seit 2024 in Kraft und regelt, welche Heizungen neu eingebaut werden dürfen.[1] Doch 2026 steht eine tiefgreifende Reform bevor: Am 23. Februar 2026 präsentierte die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD ein Eckpunktepapier, das das GEG weitgehend umkrempeln soll.[2] Das neue Regelwerk soll unter dem Namen Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) zum 1. Juli 2026 in Kraft treten.[3]

Reform im Gesetzgebungsverfahren: Die hier beschriebenen Änderungen beruhen auf dem Eckpunktepapier vom Februar 2026 und dem daraus entstandenen Gesetzentwurf. Das parlamentarische Verfahren läuft noch – Änderungen sind bis zur Verabschiedung möglich.[4]

Was sich mit dem GMG ändert

Die wichtigste geplante Änderung: Die bisherige 65-%-Erneuerbarenpflicht (§§ 71, 72 GEG), die vorschreibt, dass neue Heizungen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, soll abgeschafft werden.[5] Stattdessen sollen Hausbesitzer wieder freie Wahl bei der Heizungsart haben – Gas- und Ölheizungen werden weiterhin erlaubt bleiben.[6]

Ab dem 1. Januar 2029 tritt jedoch die sogenannte „Biotreppe" in Kraft: Gasheizungen müssen dann schrittweise mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe wie Biomethan oder synthetischen E-Fuels betrieben werden – anfangs 10 %, mit steigender Quote bis 2040.[7] Das Endziel bleibt unverändert: Bis 2045 soll Deutschland klimaneutral heizen.[8]

Bestehende Heizungen genießen Bestandsschutz: Wer eine funktionierende Gas- oder Ölheizung hat, muss diese nicht austauschen. Auch eine Reparatur defekter Heizungen bleibt weiterhin erlaubt. Nur bei irreparablem Totalausfall greift die Pflicht, eine neue GEG-konforme Anlage einzubauen.[9]

2. Heizungsarten in Deutschland im Überblick

Klicken Sie auf eine Heizungsart, um Details zu erfahren:

♨ Wärmepumpe
Nutzt Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser. Varianten: Luft-Wasser, Sole-Wasser, Wasser-Wasser.
GEG-konform
🔥 Gasheizung
Brennwert- und Niedertemperaturtechnik. Ab 2029 Bio-Treppe (10 % grüner Brennstoff).
Weiter erlaubt (GMG)
🛢 Ölheizung
Modernes Heizöl EL mit Brennwerttechnik. Fossiler Betrieb nur noch übergangsweise sinnvoll.
Weiter erlaubt (GMG)
🌡 Fernwärme
Anschluss an kommunales Wärmenetz. Abhängig von Verfügbarkeit laut Wärmeplanung.
GEG-konform
🪵 Pellet-/Biomasseheizung
Holzpellets, Hackschnitzel oder Scheitholz. Erneuerbar & GEG-fähig, aber Feinstaub beachten.
GEG-konform
☀ Solarthermie
Ergänzung für Warmwasser und Heizungsunterstützung. Ideal als Hybridlösung kombiniert.
Ergänzungssystem
⚡ Hybridheizung
Kombination aus Wärmepumpe + Gas/Öl. Hohe Flexibilität, GEG-konform bei ≥65 % EE.
GEG-konform
💧 Wasserstoffheizung
H2-ready Gasheizungen als Zukunftsoption – nur in Gebieten mit geplanten H2-Netzen.
Zukunftsoption

Wärmepumpe

Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie der Wärmewende. Sie entziehen der Umgebung (Luft, Erdreich oder Grundwasser) Wärme und bringen sie auf ein nutzbares Temperaturniveau. Luft-Wasser-Wärmepumpen sind am günstigsten in der Installation (ab ca. 15.000 €), Erdwärme- oder Grundwasserpumpen effizienter, aber teurer. Seit 2026 gelten verschärfte Lärmschutzanforderungen: Außengeräte müssen 10 dB unter dem gesetzlichen Grenzwert liegen. Die JAZ (Jahresarbeitszahl) muss mind. 3,0 betragen. Förderung: bis zu 70 % über KfW 458.

3. Vergleichstabelle: Heizungssysteme auf einen Blick

HeizungsartInvestition (ca.)BetriebskostenCO₂GEG 2026Förderung
Wärmepumpe (Luft-Wasser)15.000–25.000 €NiedrigSehr geringJaBis 70 %
Wärmepumpe (Erdwärme)20.000–35.000 €Sehr niedrigSehr geringJaBis 70 %
Gasheizung (Brennwert)5.000–12.000 €MittelMittelGMG: Ja*Nein
Ölheizung (Brennwert)6.000–14.000 €HochHochGMG: Ja*Nein
Pelletheizung15.000–25.000 €MittelGeringJaBis 70 %
Fernwärme3.000–8.000 €VariabelGering–mittelJaBis 70 %
Hybridheizung (WP + Gas)18.000–30.000 €NiedrigGeringJaBis 70 %
Solarthermie (Ergänzung)3.000–8.000 €Sehr niedrigMinimalJaBis 70 %
* Bei Gasheizungen ab 2029 schrittweise steigende Bio-Brennstoffquote (Biotreppe). Quellen: Bundesregierung [1], ADAC [9], Thermondo [15], EcoFlow [29].

4. Marktanteile & Statistiken

Noch immer dominieren fossile Energieträger den deutschen Wärmemarkt. Laut Bundesregierung werden rund drei Viertel aller Heizungen in Deutschland mit fossilem Gas oder Öl betrieben.[8] Dies zeigt, wie groß der Transformationsbedarf bis 2045 ist.

Primärenergiequellen für Heizungen in Deutschland (2025, geschätzt)
Erdgas 49 % Heizöl 25 % Wärmepumpe 12 % Fernwärme 8 % Biomasse 4 % Sonstiges 2 %

Die Förderstatistiken der KfW zeigen, dass die Nachfrage nach Wärmepumpen seit 2024 stark gestiegen ist. Gleichzeitig ergab eine Umfrage von thermondo im November 2025, dass lediglich 20 % der Hausbesitzer die politischen Vorgaben zum Heizungstausch für verlässlich halten.[15]

5. Förderrechner: Was bekomme ich?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ermöglicht bis zu 70 % Zuschuss auf förderfähige Kosten bis 30.000 € beim Heizungstausch in Bestandsgebäuden – über das KfW-Programm 458.[21,22,23] Die Förderung soll bis mindestens 2029 stabil bleiben.[20]

Förderrechner: Wärmepumpe / klimafreundliche Heizung

Gesamtkosten 25.000 €
Grundförderung (immer)Für alle Eigentümer 30 %
Geschwindigkeitsbonus +20 %Funktionierende fossile Heizung wird ersetzt nicht aktiv
Einkommensbonus +30 %Haushalt ≤ 40.000 € zu versteuerndes Einkommen nicht aktiv
Fördersatz
30 %
Förderbetrag
7.500 €
Ihr Eigenanteil
17.500 €
Förderfähige Basis
25.000 €

Hinweis: Förderfähige Kosten sind auf 30.000 € (1. WE) gedeckelt. Dieser Rechner dient zur Orientierung – keine Rechtsberatung. Individuelle Beratung empfohlen. Quellen: KfW Programm 458 [21], BEG-Richtlinie [22].

Wichtig bei der Antragstellung: Der Förderantrag muss zwingend vor Beginn der Maßnahme und vor Vertragsabschluss mit dem Handwerksbetrieb gestellt werden. Nachträgliche Anträge werden nicht akzeptiert.[25,27]

6. Zeitplan & Fristen

2024
Januar 2024: GEG tritt in Kraft
65-%-Erneuerbarenpflicht gilt für Neubauten in Neubaugebieten. BEG-Förderung (KfW 458) startet. Grundförderung 30 %, bis 70 % kombiniert.[14]
2026
30. Juni 2026: Wärmeplanung in Großstädten
Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern legen verpflichtend kommunale Wärmepläne vor. In diesen Städten gilt ab dann die 65-%-Regel für Bestandsgebäude – sofern das GMG dies nicht ändert.[11,19]
GMG
1. Juli 2026: Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) geplant
65-%-Pflicht soll abgeschafft werden. Gas- und Ölheizungen wieder uneingeschränkt erlaubt. Förderung soll bis 2029 fortgeführt werden.[12,13,18]
2028
30. Juni 2028: Wärmeplanung in kleineren Kommunen
Kommunen unter 100.000 Einwohner legen ihren Wärmeplan vor. Geschwindigkeitsbonus (20 %) für fossilen Heizungstausch läuft Ende 2028 aus.[11]
2029
Ab 2029: Biotreppe startet
Neue Gas- und Ölheizungen müssen initial 10 % erneuerbarer Brennstoffe (Biomethan, E-Fuels) einsetzen. Quote steigt bis 2040 schrittweise.[7,16]
2045
Ab 2045: Klimaneutrales Heizen Pflicht
Betrieb von Heizungen mit fossilen Brennstoffen endgültig verboten. Ziel: vollständige Dekarbonisierung des Wärmesektors.[8,12]

Quellenverzeichnis

[1] BMWK: GEG-Übersicht. energiewechsel.de, April 2026.
[2] Bundesregierung: Eckpunktepapier Reform GEG. bundesregierung.de, 23.02.2026.
[3] Viessmann: Heizungsgesetz GEG – Alle Infos zur Reform. viessmann.de, 2026.
[4] DP Energietechnik: Reform des GEG 2026. dpenergietechnik.com, 2026.
[5] Vattenfall: Heizungsgesetz (GEG): Was gilt 2026. vattenfall.de, Feb. 2026.
[6] German Contract: Heizungsgesetz – Was gilt ab 2026. germancontract.com.
[7] Enpal: Heizungsgesetz 2026 im neuen Koalitionsvertrag. enpal.de, 2026.
[8] Bundesregierung: Gesetz zum Erneuerbaren Heizen. bundesregierung.de.
[9] ADAC: Heizungsgesetz – Welche Regeln gelten 2026. adac.de, Feb. 2026.
[10] MVV: GEG-Reform: Regelungen überarbeitet. mvv.de, Feb. 2026.
[11] BMWK: GEG FAQ – Übergangsfristen. energiewechsel.de.
[12] Vattenfall: Was gilt 2026 – Heizungsgesetz. vattenfall.de, 2026.
[13] Thermondo: Heizungsgesetz 2026 – Was müssen Hausbesitzer wissen. thermondo.de.
[14] Bundesregierung: GEG in Kraft seit 1.1.2024. bundesregierung.de.
[15] Thermondo: Umfrage Nov. 2025 – Zuverlässigkeit politischer Vorgaben. thermondo.de.
[16] German Contract: GEG Bestandsgebäude 2026. germancontract.com.
[17] Viessmann: §§ 71, 72 GEG Streichung. viessmann.de, 2026.
[18] DP Energietechnik: GEG Gesetzentwurf 24.02.2026. dpenergietechnik.com.
[19] BMWK: GEG FAQ Bestandsbauten. energiewechsel.de.
[20] MVV: GEG-Reform Förderung bis 2029. mvv.de, 2026.
[21] ADAC: Wärmepumpe-Förderung 2026 – Bis zu 70 Prozent. adac.de.
[22] Priwatt: Wärmepumpenförderung 2026 – BEG EM. priwatt.de.
[23] Thermondo: Förderung Wärmepumpe bis 70 %. thermondo.de.
[24] Autarc Energy: Schallanforderungen Wärmepumpe 2026. autarc.energy.
[25] NIBE: Förderung von Wärmepumpen 2026. nibe.eu.
[26] Bosch: Förderung Wärmepumpe beantragen 2026. bosch-homecomfort.com.
[27] Finanztip: Wärmepumpenförderung 2026. finanztip.de.
[28] Vattenfall: Förderung Wärmepumpe 2026. vattenfall.de.
[29] EcoFlow: Wärmepumpen-Förderung KfW 458 2026. ecoflow.com.
[30] Gebäudeforum: Förderung von Wärmepumpen – BEG EM. gebaeudeforum.de.

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