Fenster tauschen 2026: Wann sich der Austausch energetisch und finanziell lohnt
Was kostet ein Fenstertausch 2026, wann lohnt er sich und wie hoch ist die Förderung? Dieser Ratgeber erklärt U-Werte, BAFA-Zuschuss, Kostenfaktoren, Einbau, Eigentumswohnungen und den sinnvollen Ablauf – mit Förderrechner.
Das Wichtigste zum Fenstertausch 2026 in Kürze
- Besonders interessant ist der Austausch bei sehr alten, undichten oder energetisch schwachen Fenstern sowie bei ohnehin anstehenden Sanierungsarbeiten.
- Für die BEG-Förderung der Gebäudehülle gilt 2026 grundsätzlich eine Grundförderung von 15 %. Für den iSFP-Bonus gelten seit 21. Juli 2026 verschärfte Mindestinvestitionsgrenzen.
- Für eine Förderung müssen die technischen Mindestanforderungen eingehalten werden; bei Fenstern ist insbesondere der Uw-Wert des gesamten Fensters entscheidend.
- Neue Fenster sollten immer zusammen mit Anschlussdetails, Lüftung und gegebenenfalls einer späteren Fassadendämmung geplant werden. Werden bei einer Sanierung mehr als ein Drittel der Fensterfläche erneuert, ist ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 erforderlich.
- Die reine energetische Amortisation kann bei bereits zweifach verglasten Bestandsfenstern lang sein; Komfort, Dichtheit, Schallschutz und ohnehin notwendige Erneuerung gehören deshalb zur Gesamtbewertung.
- Bei Eigentumswohnungen ist vorab zu klären, welche Beschlüsse der WEG und welche Vorgaben zur äußeren Gestaltung gelten.
Inhaltsverzeichnis
- Warum alte Fenster den Energieverbrauch dominieren
- Energetischer Nutzen: Was neue Fenster wirklich bringen
- Monetärer Nutzen: Die BAFA-Förderung im Detail
- Was kostet ein Fenstertausch 2026?
- Praxisbeispiel: Was Förderung und Fenstertausch konkret bedeuten
- Sommerlicher Wärmeschutz und g-Wert
- Wann sich der Fenstertausch besonders lohnt
- Wann sich der Fenstertausch (noch) nicht lohnt
- Fenstertausch in einer einzelnen Wohnung im Mehrfamilienhaus
- Was beim Einbau der Fenster zu beachten ist
- Können Fenster auch selbst eingebaut und trotzdem gefördert werden?
- Ablauf: Von der Planung bis zur Förderzusage
- Förderrechner: Ihre persönliche Zuschusshöhe
- Häufige Fragen zum Fenstertausch
- Fazit
Warum alte Fenster den Energieverbrauch dominieren
Fenster gehören zu den schwächsten Bauteilen der Gebäudehülle. Während eine gedämmte Außenwand heute auf einen U-Wert von rund 0,20 W/(m²·K) kommt, weisen ältere Fenster je nach Baualter, Verglasung, Rahmen und Zustand deutlich höhere Wärmeverluste auf als moderne, energetisch optimierte Fenster. Im Vergleich dazu verlangt die BEG-Förderung für einen Fenstertausch 2026 einen Gesamt-U-Wert (Uw, nicht nur die Verglasung) von höchstens 0,95 W/(m²·K)[1], was in der Praxis einer modernen Dreifachverglasung entspricht.
Diese Differenz wirkt sich direkt auf die Heizkosten aus. Über Fenster geht in einem unsanierten Bestandsgebäude aus den 1970er bis 1990er Jahren ein spürbarer Teil der gesamten Transmissionswärme verloren, oft mehr als über Dach oder Kellerdecke zusammen. Wer nur ein einzelnes Bauteil energetisch sinnvoll und mit überschaubarem Aufwand verbessern will, landet deshalb häufig zuerst bei den Fenstern.
U-Wert (Uw) nach Fenstertyp im Vergleich, in W/(m²·K)
Energetischer Nutzen: Was neue Fenster wirklich bringen
Der energetische Effekt eines Fenstertauschs hängt stark vom Ausgangszustand ab. Bei einem Wechsel von alter Einfachverglasung auf ein förderfähiges Dreifachglas-Fenster sinkt der U-Wert um bis zu 85 Prozent. Bei einem Wechsel von bereits vorhandener Zweifachverglasung fällt der Effekt naturgemäß geringer aus, ist aber weiterhin spürbar, insbesondere beim subjektiven Wohnkomfort: kältere Oberflächentemperaturen an alten Scheiben sorgen für Zugluftgefühl und Kaltluftabfall, was viele Bewohner unabhängig vom reinen Energiewert als Verbesserung wahrnehmen.
Wichtig für die Gesamtrechnung: Der Fenstertausch allein löst selten das komplette Einsparpotenzial eines Gebäudes. Er entfaltet seine volle Wirkung am besten im Zusammenspiel mit einer ohnehin gedämmten oder noch zu dämmenden Gebäudehülle. Wird nur das schwächste Bauteil getauscht, während Wände und Dach ungedämmt bleiben, verlagert sich der größte Wärmeverlust anschließend dorthin. Ein individueller Sanierungsfahrplan zeigt, in welcher Reihenfolge einzelne Maßnahmen den größten Effekt pro investiertem Euro bringen.
Praxishinweis: Ein neues Fenster ist immer nur so gut wie sein Einbau. Eine unzureichend gedämmte Anschlussfuge zwischen Rahmen und Mauerwerk (Laibung) kann einen Großteil des rechnerischen Energiegewinns wieder zunichtemachen. Die fachgerechte Anschlussdämmung ist deshalb selbst förderfähig[1] und sollte im Angebot des Fensterbauers ausdrücklich enthalten sein.
Monetärer Nutzen: Die BAFA-Förderung im Detail
Der Fenstertausch wird über die BAFA-Einzelmaßnahmenförderung (BEG EM) bezuschusst. Die Grundförderung liegt bei 15 Prozent der förderfähigen Kosten, ab einer Mindestinvestition von 300 Euro brutto[4]. Vor der Antragstellung ist zwingend ein Energieeffizienz-Experte einzubinden, der die technische Projektbeschreibung erstellt und die Einhaltung des geforderten Uw-Werts von höchstens 0,95 W/(m²·K) prüft.
| Kriterium | BAFA-Zuschuss (BEG EM) |
|---|---|
| Fördersatz | 15 % (Basis) |
| Zusatzbonus | +5 % iSFP-Bonus, aber seit 21.07.2026 nur noch für den Kostenanteil über 30.000 €[2] |
| Förderdeckel | 30.000 € förderfähige Kosten pro Wohneinheit/Jahr (60.000 € mit iSFP) |
| Antragszeitpunkt | Vor Vertragsabschluss mit dem Fensterbauer |
| Voraussetzung Gebäude | Baugenehmigung mindestens 5 Jahre zurückliegend |
| Nutzung | Auch bei Vermietung möglich |
Quellen: BAFA-Merkblatt BEG EM, Stand September 2026[1,4]
Bleiben die förderfähigen Kosten eines Fenstertauschs unter der 30.000-Euro-Schwelle, Der iSFP-Bonus greift dann seit der Reform vom 21. Juli 2026 nicht mehr, und der BAFA-Zuschuss reduziert sich faktisch auf die 15-prozentige Grundförderung[2]. Wer die 30.000-Euro-Grenze durch geschickte Bündelung mehrerer Maßnahmen im selben Kalenderjahr erreicht, sichert sich zusätzlich den iSFP-Bonus auf den übersteigenden Betrag, und braucht dafür ohnehin einen Energieeffizienz-Experten an der Seite.
Wichtig: Wer mehrere Einzelmaßnahmen plant, etwa Fenster und Dachdämmung im selben Jahr, kann die 30.000-Euro-Grenze pro Jahr gemeinsam ausschöpfen und den iSFP-Bonus dadurch wieder erreichen. Die Reihenfolge und Bündelung der Maßnahmen im Sanierungsfahrplan entscheidet damit direkt über die Höhe der Förderung.
Fenstertausch und Förderung vorab prüfen lassen
Sie planen neue Fenster und möchten wissen, welche technischen Anforderungen gelten und welche Förderung für Ihr Vorhaben in Betracht kommt? Wir unterstützen bei der energetischen Einordnung und Förderplanung.
Unverbindlich Kontakt aufnehmenWas kostet ein Fenstertausch 2026?
Die Kosten eines Fenstertauschs lassen sich seriös nicht allein über die Anzahl der Fenster bestimmen. Entscheidend sind Fensterfläche und -format, Rahmenmaterial, Verglasung, Öffnungsart, Sicherheitsausstattung, Rollläden oder Sonnenschutz sowie der Aufwand für Ausbau, Entsorgung und die fachgerechte Ausbildung der Anschlussfugen. Sondermaße und schwierige Einbausituationen können die Kosten zusätzlich erhöhen.
Für die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung sollte deshalb nicht nur der reine Fensterpreis verglichen werden. Aussagekräftiger sind vollständige Angebote, in denen Demontage, neues Fenster, Montage, Anschlussarbeiten und gegebenenfalls Nebenarbeiten getrennt ausgewiesen sind. So lässt sich auch besser erkennen, welche Kosten im Rahmen einer Förderung angesetzt werden können.
Praxis-Tipp: Lassen Sie sich Angebote mit identischem Uw-Zielwert und vergleichbarem Leistungsumfang erstellen. Ein günstiger Fensterpreis ist wenig aussagekräftig, wenn Anschlussdämmung, Ausbau oder Nebenarbeiten später zusätzlich berechnet werden.
Praxisbeispiel: Was Förderung und Fenstertausch konkret bedeuten
Ein typischer Fall: Bei einem Einfamilien- oder Reihenhaus sollen 11 ältere, teilweise undichte Fenster erneuert werden. Für neue, energetisch hochwertige Fenster einschließlich Ausbau, Montage und fachgerechter Anschlussarbeiten werden beispielhaft 20.000 € angesetzt.
| Beispiel Reihen-/Einfamilienhaus | Beispielwert |
|---|---|
| Umfang | 11 ältere Fenster |
| Gesamtkosten inkl. Einbau | 20.000 € |
| BAFA-Grundförderung 15 % | − 3.000 € |
| Verbleibende Investition | 17.000 € |
| Energetischer Effekt | deutlich geringere Wärmeverluste gegenüber alten bzw. undichten Fenstern |
| Zusätzlicher Nutzen | weniger Zugluft, höhere Behaglichkeit, verbesserter Schall- und Wohnkomfort |
Vereinfachtes Praxisbeispiel. Tatsächliche Kosten und Einsparungen hängen unter anderem von Fenstergröße, Bestand, Heizsystem, Gebäudezustand und Ausführung ab.
Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit: Müssen ältere Fenster wegen Undichtigkeiten, Schäden oder ihres Alters ohnehin erneuert werden, sollte die Investition nicht ausschließlich danach bewertet werden, in wie vielen Jahren sie sich über Heizkosten zurückzahlt. Mit der Förderung sinken die Investitionskosten unmittelbar, während gleichzeitig ein ohnehin notwendiges Bauteil energetisch verbessert wird. Der Eigentümer verbindet damit Werterhalt, geringere Wärmeverluste und mehr Wohnkomfort in einer Maßnahme.
Besonders interessant ist der Fenstertausch deshalb bei Gebäuden, deren Fenster technisch ohnehin am Ende ihrer sinnvollen Nutzungsdauer angekommen sind. In diesem Fall stellt sich weniger die Frage, ob überhaupt investiert werden muss, sondern welche Fensterlösung langfristig sinnvoll ist. Eine energetisch hochwertige Ausführung kann dann gegenüber einer einfachen Ersatzlösung einen zusätzlichen Nutzen über viele Jahre bieten.
Sommerlicher Wärmeschutz und g-Wert
Beim Fenstertausch zählt nicht nur der Uw-Wert. Für den sommerlichen Wärmeschutz ist auch der g-Wert der Verglasung wichtig. Er beschreibt, welcher Anteil der auftreffenden Sonnenenergie durch die Verglasung in den Raum gelangt. Ein g-Wert von 0,50 bedeutet beispielsweise, dass rund 50 % der solaren Energie als Gesamtenergiedurchlass in den Innenraum gelangen. Je niedriger der g-Wert, desto geringer ist grundsätzlich der solare Wärmeeintrag – gleichzeitig sinken aber auch die erwünschten solaren Gewinne im Winter.[8]
Welcher g-Wert sinnvoll ist, hängt deshalb von Ausrichtung, Fenstergröße, Raumgeometrie und Verschattung ab. Besonders bei großen Ost-, Süd- und Westfenstern sollte ein wirksamer Sonnenschutz mitgeplant werden. Außenliegende Systeme wie Raffstores oder Rollläden sind deutlich wirksamer als innenliegende Verschattung, weil sie einen großen Teil der Sonnenenergie bereits vor der Verglasung abfangen.[8,9]
Praxishinweis: Dreifachverglasung ist nicht automatisch gleichbedeutend mit gutem sommerlichem Wärmeschutz. Uw-Wert, g-Wert, Fensterfläche, Himmelsrichtung und außenliegende Verschattung sollten gemeinsam geplant werden.
Wann sich der Fenstertausch besonders lohnt
Ein Fenstertausch rechnet sich in der Regel besonders gut, wenn mehrere der folgenden Punkte zutreffen: Die vorhandenen Fenster sind einfachverglast oder stammen aus den 1970er bis frühen 1990er Jahren, es gibt sichtbare Schäden an Rahmen oder Dichtungen, Zugluft und Kondenswasser an den Scheiben sind ein wiederkehrendes Problem, oder der Fenstertausch ist ohnehin Teil einer größeren Sanierung, etwa in Kombination mit einer Fassadendämmung. In diesen Fällen kommen energetischer Nutzen, Wohnkomfort und Förderhöhe zusammen.
Auch bei WEGs und Vermietern kann sich der Tausch lohnen, da energetisch schlechte Fenster zunehmend ein Vermarktungsnachteil sein können. Auch für vermietete Objekte kann die BEG-Förderung grundsätzlich relevant sein; die konkreten Voraussetzungen sollten vor der Beauftragung geprüft werden.
Wann sich der Fenstertausch (noch) nicht lohnt
Weniger sinnvoll ist ein isolierter Fenstertausch, wenn die vorhandenen Fenster bereits eine moderne Zweifachverglasung mit gutem U-Wert haben und keine baulichen Mängel vorliegen. Der finanzielle und energetische Gewinn steht dann oft in keinem guten Verhältnis zu den Kosten. Ebenfalls kritisch zu prüfen ist ein Fenstertausch kurz vor einer ohnehin geplanten Fassaden- oder Dachsanierung: Wird die Reihenfolge falsch gewählt, müssen Anschlüsse später erneut angepasst werden, was zusätzliche Kosten verursacht. Ein individueller Sanierungsfahrplan hilft, diese Reihenfolge korrekt zu planen und dabei auch die Fördergrenzen im Blick zu behalten.
Fenstertausch in einer einzelnen Wohnung im Mehrfamilienhaus: Ist das möglich?
Ja, ein Fenstertausch kann grundsätzlich auch nur für eine einzelne Wohnung geplant werden. Bei einer Eigentumswohnung darf die Maßnahme jedoch nicht wie bei einem Einfamilienhaus allein technisch betrachtet werden. Fenster prägen regelmäßig die Gebäudehülle und die äußere Gestaltung. Deshalb sind vor einer Beauftragung insbesondere Teilungserklärung, Gemeinschaftsordnung und bestehende Beschlüsse der Wohnungseigentümergemeinschaft zu prüfen.
Das Wohnungseigentumsgesetz sieht vor, dass bauliche Veränderungen beschlossen oder einem einzelnen Wohnungseigentümer durch Beschluss gestattet werden können. Wird eine Maßnahme einem einzelnen Eigentümer gestattet, trägt dieser nach § 21 WEG grundsätzlich die Kosten dieser baulichen Veränderung. Welche Beschlusslage beim konkreten Fenstertausch erforderlich ist, hängt jedoch vom Einzelfall und von den Regelungen der jeweiligen Gemeinschaft ab.[7]
Vor Auftragserteilung: Bei einer Eigentumswohnung zuerst Verwaltung beziehungsweise WEG einbeziehen und klären, ob Vorgaben zu Material, Farbe, Teilung, Ansichtsbreiten oder Verglasung bestehen. Erst danach sollte das konkrete Fensterangebot finalisiert werden.
Was beim Einbau der Fenster zu beachten ist
Der energetische Gewinn eines neuen Fensters hängt maßgeblich vom fachgerechten Einbau ab. Entscheidend ist die Lage in der Wand: Idealerweise sitzt das neue Fenster in der Dämmebene und nicht bündig zur alten Position, damit Wärmebrücken am Rahmen vermieden werden. Die Anschlussfuge zwischen Rahmen und Mauerwerk (Laibung) muss nach den anerkannten Regeln der Technik gedämmt und luftdicht angeschlossen werden, üblicherweise nach dem Prinzip innen dichter als außen, damit weder Feuchtigkeit eindringt noch Tauwasser in der Fuge kondensiert.
Ein oft unterschätzter Punkt: Neue, luftdichte Fenster reduzieren die frühere unkontrollierte Fugenlüftung erheblich. Dadurch muss nach dem Austausch geprüft werden, wie der notwendige Luftwechsel für Feuchteschutz und Raumluftqualität sichergestellt wird. Nach DIN 1946-6 ist bei der Sanierung von Wohngebäuden insbesondere dann ein Lüftungskonzept zu erstellen, wenn mehr als ein Drittel der vorhandenen Fensterfläche ausgetauscht wird. Auch bei kleineren Maßnahmen kann eine lüftungstechnische Prüfung sinnvoll sein.[10]
Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 beachten: Das Konzept klärt, ob die Lüftung zum Feuchteschutz nutzerunabhängig gewährleistet werden kann und ob zusätzliche Maßnahmen erforderlich sind. Je nach Gebäude kommen beispielsweise geeignete Fensterfalzlüfter beziehungsweise Außenluftdurchlässe oder dezentrale Lüftungsgeräte – auf Wunsch mit Wärmerückgewinnung – infrage. Die konkrete Lösung muss zum Gebäude und zur Nutzung passen; Fensterfalzlüfter sind nicht pauschal für jedes Objekt ausreichend.[10]
Praxishinweis: Lassen Sie sich vom Fensterbauer schriftlich bestätigen, dass Montage nach RAL-Gütesicherung beziehungsweise den anerkannten Regeln der Technik erfolgt. Das ist nicht nur für die spätere Gewährleistung wichtig, sondern häufig auch Voraussetzung für den Verwendungsnachweis gegenüber der BAFA.
Können Fenster auch selbst eingebaut und trotzdem gefördert werden?
Eigenleistung schließt die BAFA-Förderung nicht grundsätzlich aus. Gefördert werden bei Eigenleistung allerdings ausschließlich die nachgewiesenen Materialkosten, nicht die eigene Arbeitszeit[1,4]. Da der Lohnanteil bei einem Fenstertausch je nach Gewerk einen erheblichen Teil der Gesamtkosten ausmacht, fällt der Zuschuss in Euro bei Eigenleistung entsprechend niedriger aus als bei Beauftragung eines Fachbetriebs, bei dem auch die Einbaukosten förderfähig sind.
Wichtig: Auch bei Eigenleistung müssen die technischen Mindestanforderungen, insbesondere der Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²·K) sowie die fachgerechte Montage, eingehalten und durch den Energieeffizienz-Experten bestätigt werden. Bei einem technisch anspruchsvollen Gewerk wie dem Fenstereinbau führen Ausführungsfehler in der Anschlussfuge schnell zu Folgeschäden, die den finanziellen Vorteil der Eigenleistung wieder aufzehren. Vor einer Entscheidung für oder gegen Eigenleistung lohnt sich deshalb eine Abstimmung mit dem Energieeffizienz-Experten, idealerweise bereits bei der Erstellung des Sanierungsfahrplans.
Ablauf: Von der Planung bis zur Förderzusage
Energieeffizienz-Experte einbinden
Die BAFA-Antragstellung für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle setzt die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten voraus, der die technische Projektbeschreibung erstellt und die Einhaltung der Uw-Anforderung prüft.
Angebot und Vorvertrag einholen
Ein Angebot des Fensterbauers wird als aufschiebend bedingter Liefer- oder Leistungsvertrag formuliert, der erst mit Erhalt der Förderzusage in Kraft tritt.
Online-Antrag bei der BAFA
Der Antrag wird vor Vertragsabschluss über das BAFA-Portal eingereicht, gemeinsam mit der technischen Projektbeschreibung.
Umsetzung und Nachweis
Nach Förderzusage erfolgt der Einbau. Der Energieeffizienz-Experte bestätigt abschließend die fachgerechte Umsetzung für den Verwendungsnachweis.
Förderrechner: Ihre persönliche Zuschusshöhe
Der folgende Rechner zeigt eine überschlägige Einschätzung des BAFA-Zuschusses auf Basis der Regeln seit dem 21. Juli 2026. Er ersetzt keine individuelle Förderberatung.
Förderrechner Fenstertausch
Rechenbasis: 15 % Grundförderung auf die förderfähigen Kosten bis 30.000 € (60.000 € mit iSFP), zusätzlich 5 % iSFP-Bonus ausschließlich auf den Kostenanteil oberhalb von 30.000 €. Unverbindliche Überschlagsrechnung, keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen zum Fenstertausch 2026
Wie hoch ist die Förderung für neue Fenster 2026?
Für die Erneuerung von Fenstern als Maßnahme an der Gebäudehülle beträgt die BEG-Grundförderung 2026 grundsätzlich 15 % der förderfähigen Ausgaben. Ein zusätzlicher iSFP-Bonus von 5 % ist unter den seit 21. Juli 2026 geltenden Voraussetzungen möglich.[1,2]
Welchen U-Wert müssen neue Fenster für die Förderung erreichen?
Für förderfähige Fenster ist der Uw-Wert des gesamten Fensters maßgeblich. Im hier behandelten Regelfall wird ein Uw-Wert von höchstens 0,95 W/(m²·K) angesetzt. Der Ug-Wert der Verglasung allein reicht zur Beurteilung nicht aus.[1]
Lohnt sich der Austausch von zweifach verglasten Fenstern?
Das hängt vom Alter, Uw-Wert, Zustand und der Dichtheit der vorhandenen Fenster ab. Bei relativ modernen, intakten Zweifachfenstern ist das reine Energieeinsparpotenzial meist geringer als bei sehr alten Fenstern. Schäden, Zugluft, Schallschutz und ohnehin geplante Sanierungen können trotzdem für einen Austausch sprechen.
Kann ich nur einzelne Fenster austauschen?
Technisch ist ein schrittweiser Austausch möglich. Energetisch sollte dabei geprüft werden, wie die neuen Fenster zur übrigen Gebäudehülle und zum Lüftungskonzept passen. Bei Eigentumswohnungen sind zusätzlich die Regelungen der WEG zu beachten.
Brauche ich für die BAFA-Förderung einen Energieeffizienz-Experten?
Bei geförderten Maßnahmen an der Gebäudehülle ist die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten für die technische Projektbeschreibung und die Bestätigung der Anforderungen erforderlich.
Kann ich Fenster selbst einbauen und Förderung erhalten?
Eigenleistung ist nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Förderfähig sind bei Eigenleistung jedoch nur die nachgewiesenen Materialkosten; die technischen Anforderungen und die fachgerechte Umsetzung müssen weiterhin eingehalten und bestätigt werden.
Kann ich in einer Eigentumswohnung nur meine eigenen Fenster tauschen?
Ein Austausch nur für eine Wohnung kann möglich sein. Vorher muss jedoch geprüft werden, welche WEG-Beschlüsse und Vorgaben für die Gebäudehülle und die äußere Gestaltung gelten.[7]
So unterstützt das Ingenieurbüro Ravenstein
Ein Fenstertausch sollte technisch, energetisch und förderseitig zusammenpassen. Gerade vor der Beauftragung lassen sich Fehlentscheidungen bei U-Wert, Maßnahmenreihenfolge oder Förderantrag vermeiden.
Fazit: Fenstertausch zuerst technisch und förderseitig prüfen
Ein Fenstertausch ist besonders interessant, wenn alte oder undichte Fenster einen hohen Wärmeverlust verursachen, der Wohnkomfort leidet oder ohnehin eine Sanierung der Gebäudehülle ansteht. Entscheidend sind jedoch nicht nur neue Fenster, sondern passende Uw-Werte, fachgerechte Anschlüsse, ein sinnvolles Lüftungskonzept und die richtige Reihenfolge weiterer Sanierungsmaßnahmen. Wer Förderung nutzen möchte, sollte die technischen und formalen Voraussetzungen vor der Beauftragung klären. Für eine Einschätzung Ihres konkreten Gebäudes können Sie uns direkt über Kontakt erreichen.
Individuelle Einschätzung für Ihr Gebäude
Ein individueller Sanierungsfahrplan zeigt, ob sich ein Fenstertausch bei Ihnen jetzt oder erst in Kombination mit weiteren Maßnahmen lohnt, inklusive konkreter Förderberechnung.
Fenstertausch prüfen lassenWeitere Informationen zur Antragstellung und Vor-Ort-Beratung finden Sie auf den Seiten Energieberatung und Kontakt des Ingenieurbüros Ravenstein.
Quellenverzeichnis

