Wie funktioniert der iSFP? Der individuelle Sanierungsfahrplan komplett erklärt
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist das zentrale Werkzeug für eine kluge, schrittweise Gebäudesanierung. Er zeigt Eigentümern exakt, welche Maßnahmen sich lohnen, in welcher Reihenfolge sie umgesetzt werden sollten und welche Fördermittel dabei erreichbar sind.
Inhalt
- Was ist der iSFP und warum ist er wichtig?
- Schritt für Schritt: So läuft der iSFP-Prozess ab
- Inhalte des iSFP: Was steht drin?
- Förderung: BAFA, BEG und iSFP-Bonus im Überblick
- Förderrechner: Ihren iSFP-Bonus berechnen
- Typische Sanierungsmaßnahmen im iSFP
- Häufige Fragen zum iSFP
- Quellenverzeichnis
1. Was ist der iSFP und warum ist er wichtig?
Der individuelle Sanierungsfahrplan, kurz iSFP, ist ein gefördertes Beratungsdokument, das Gebäudeeigentümern einen maßgeschneiderten Weg zur energetischen Modernisierung ihres Hauses aufzeigt.[1] Er wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) eingeführt und ist Bestandteil der staatlichen Energieberatung für Wohngebäude.[2] Im Zentrum steht die Idee, dass nicht jedes Gebäude sofort vollständig saniert werden kann oder muss. Der iSFP ermöglicht es, Sanierungsmaßnahmen über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren sinnvoll zu planen und trotzdem von Fördermitteln zu profitieren.[3]
Der iSFP ist kein allgemeines Standardgutachten, sondern eine auf das konkrete Gebäude und die persönliche Situation des Eigentümers zugeschnittene Analyse. Ein zugelassener Energieberater, unter anderem wir, IB-Ravenstein als eingetragener Energieeffizienz-Experte in der Liste der DENA, erstellt das Dokument nach einer Analyse des Gebäudes.[4] Seit dem starken Anstieg der Energiepreise und den verschärften gesetzlichen Anforderungen durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat die Nachfrage nach iSFPs deutlich zugenommen.[5]
Warum der iSFP so wertvoll ist: Wer Einzelmaßnahmen am Gebäude mit einem gültigen iSFP kombiniert, erhält durch den sogenannten iSFP-Bonus automatisch 5% mehr Förderung auf jede einzelne BEG-Maßnahme. Diese 5% können bei typischen Sanierungskosten mehrere Tausend Euro ausmachen.[6]
Wer kann einen iSFP erhalten?
Der iSFP ist für Eigentümer von Wohngebäuden konzipiert, was sowohl Ein- und Zweifamilienhäuser als auch große Mehrfamilienhäuser und Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) einschließt.[7] Die BAFA-Förderung unterscheidet dabei lediglich in der Zuschusshöhe nach der Anzahl der Wohneinheiten. Grundsätzlich gilt, dass das Gebäude zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens zehn Jahre alt sein muss, wobei der Bauantrag oder die Bauanzeige maßgeblich ist.[8] Sowohl Vermieter als auch selbstnutzende Eigentümer sind antragsberechtigt.
2. Schritt für Schritt: So läuft der iSFP-Prozess ab
Der Weg zum fertigen individuellen Sanierungsfahrplan folgt einem klar strukturierten Ablauf. Von der ersten Anfrage beim Energieberater bis zur Übergabe des fertigen Dokuments vergehen in der Regel vier bis acht Wochen, abhängig von der Gebäudekomplexität und der Terminlage.[9]
Wichtig: Der Förderantrag beim BAFA muss zwingend vor Beratungsbeginn gestellt werden. Bei einem nachträglichen Antrag entfällt der Anspruch auf den 50-prozentigen Zuschuss komplett.[10] Vereinbaren Sie gerne ein kostenloses Erstgespräch mit uns – wir unterstützen Sie bei der rechtzeitigen Beantragung, damit Ihnen keine Förderung entgeht.
3. Inhalte des iSFP: Was steht drin?
Das iSFP-Dokument folgt einem einheitlichen Format, das vom BMWK vorgegeben ist. Es ist bewusst praxisnah gestaltet und richtet sich nicht nur an Fachleute, sondern auch an Eigentümer ohne technischen Hintergrund.[11] Der Fahrplan beschreibt in klar verständlicher Sprache den aktuellen energetischen Zustand des Gebäudes, die empfohlene Reihenfolge der Sanierungsmaßnahmen und den angestrebten Zielzustand.
| Kapitel im iSFP | Inhalt | Nutzen für Eigentümer |
|---|---|---|
| Gebäudesteckbrief | Baujahr, Wohnfläche, Nutzungsart, Heizanlage, Verbrauchsdaten | Vollständige Bestandsaufnahme |
| Energetischer Ist-Zustand | Aktueller Energiebedarf (kWh/m²a), CO2-Emissionen, Schwachstellen | Klarheit über Einsparpotenziale |
| Sanierungspakete (1 bis 3) | Konkrete Maßnahmenkombinationen mit Kosten, Einsparung und Fördermitteln | Planungssicherheit und Priorisierung |
| Zielzustand Gesamtsanierung | Vollsanierung auf Effizienzhaus-Niveau (z.B. EH 70 oder EH 55) | Langfristige Strategie |
| Fördermittelübersicht | Alle relevanten BEG-Programme, KfW, BAFA und regionale Förderungen | Maximale Finanzierungsoptionen |
| Wirtschaftlichkeitsberechnung | Amortisationszeiten, Kosteneinsparungen, Wertsteigerung | Wichtig für Finanzierungsentscheidung |
| Grafische Darstellungen | Sanierungsfahrplan als Zeitleiste, Einspargrafiken, Gebäudehüllendarstellung | Schnelle Orientierung auf einen Blick |
Drei Sanierungspakete als Herzstück des iSFP
Ein zentrales Element des individuellen Sanierungsfahrplans sind die bis zu drei aufeinander aufbauenden Sanierungspakete. Jedes Paket beschreibt eine sinnvolle Kombination von Maßnahmen, die in einem Schritt umgesetzt werden können. Die Reihenfolge ist dabei nicht willkürlich: Der Energieberater achtet darauf, dass zuerst die Gebäudehülle optimiert wird (Dämmung, Fenster, Dach), bevor eine neue Heizanlage eingebaut wird. Dieses Vorgehen ist energetisch korrekt und spart langfristig Kosten, da eine kleinere Heizung für ein besser gedämmtes Gebäude ausreicht.[13]
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4. Förderung: BAFA, BEG und iSFP-Bonus im Überblick
Die Finanzierung des individuellen Sanierungsfahrplans ist attraktiv gestaltet: Die BAFA übernimmt 50% der Beratungskosten als nicht rückzahlbaren Zuschuss.[14] Hinzu kommen regionaltypische Zuschüsse einzelner Bundesländer und Kommunen. Die maximalen förderfähigen Beratungskosten belaufen sich auf 1.300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie auf 1.700 Euro für Mehrfamilienhäuser mit mehr als zwei Wohneinheiten.[15]
Noch bedeutsamer als die direkte Förderung der Beratung ist der iSFP-Bonus im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Wer auf Basis eines gültigen iSFP Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, Anlagentechnik oder Heizungsoptimierung durchführt, erhält einen zusätzlichen Bonus von 5 Prozentpunkten.[6] Statt der üblichen 15 % Grundförderung steigt der Zuschuss für diese Maßnahmen dann auf 20 %. Zudem verdoppelt ein iSFP die maximal anrechenbaren Kosten von 30.000 € auf 60.000 € pro Wohneinheit und Kalenderjahr.
Maximale finanzielle Flexibilität: Der iSFP-Bonus lässt sich hervorragend mit dem KfW-Ergänzungskredit (358/359) kombinieren. Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von bis zu 90.000 Euro profitieren dabei zusätzlich von einer Zinsvergünstigung für die verbleibenden Sanierungskosten.[17]
Fördertabelle: BAFA, BEG und iSFP auf einen Blick
| Förderprogramm | Träger | Förderart | Förderhöhe | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Energieberatung Wohngebäude (iSFP) | BAFA | Zuschuss | 50 % | Beratungskosten, max. 650–850 € Zuschuss |
| BEG EM Einzelmaßnahmen (ohne iSFP) | BAFA / KfW | Zuschuss | 15 % | Grundförderung für alle Eigentümer |
| BEG EM mit iSFP-Bonus | BAFA / KfW | Zuschuss | 20 % | +5 % durch gültigen iSFP |
| BEG EM Heizung (Wärmepumpe, Pellets, etc.) | KfW (Prog. 458) | Zuschuss | Bis 70 % | Klima-Bonus, Geschwindigkeits-Bonus kombinierbar |
| KfW BEG WG Gesamtsanierung (Effizienzhaus) | KfW | Kredit + Tilgungszuschuss | Bis 45 % | Je nach Effizienzhaus-Stufe |
5. Typische Sanierungsmaßnahmen im iSFP
Welche Maßnahmen im individuellen Sanierungsfahrplan empfohlen werden, hängt von der baulichen Situation des Gebäudes ab. Dennoch gibt es Maßnahmen, die besonders häufig in Sanierungspaketen auftauchen, da sie ein sehr gutes Verhältnis von Aufwand, Wirkung und Förderfähigkeit bieten.[13]
Gebäudehülle: Dämmung als erster Schritt
Die Dämmung der Gebäudehülle (Außenwände, Dach, Kellerdecke) ist in der Regel das erste Sanierungspaket im iSFP, weil sie dauerhaft den Energiebedarf senkt und damit die Grundlage für eine kleinere und effizientere Heizanlage schafft.[20] Die Förderung für Hüllmaßnahmen beträgt ohne iSFP 15% und mit iSFP-Bonus 20% auf förderfähige Kosten bis 60.000 Euro.
Fenster und Außentüren
Der Austausch veralteter Einfach- oder Zweischeibenverglasung gegen moderne Dreifachverglasung kann den Wärmeverlust über Fenster um bis zu 70% reduzieren.[20] Im iSFP wird der optimale Zeitpunkt für den Fenstertausch auf die Dämmmaßnahmen abgestimmt, um Wärmebrücken zu vermeiden.
Heizungsmodernisierung
Die Umstellung auf eine klimafreundliche Heizanlage, etwa eine Wärmepumpe oder Pelletheizung, ist in den meisten iSFPs das zweite oder dritte Sanierungspaket. Für den Heizungstausch gelten über die KfW gesonderte Fördersätze von bis zu 70 %, die unabhängig vom iSFP-Bonus gelten.[17] Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur Heizungsförderung.
Anlagentechnik: Lüftung und Warmwasser
Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung sowie effiziente Warmwasserbereitung sind häufige Ergänzungsmaßnahmen in iSFPs. Beide Maßnahmen sind über BEG förderfähig und im Kontext eines gut gedämmten Gebäudes besonders wirksam.[16]
Typischer Zeitplan für eine iSFP-gestützte Sanierung
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7. Häufige Fragen zum iSFP
Quellenverzeichnis

